Big in Japan Shirt – Stricken für den Sommer

[Unbeauftragte Werbung. Hier werden Marken genannt, Garn und Anleitung sind selbst gekauft.]

Schon vor einiger Zeit habe ich mir vorgenommen: 2019 wird mein Jahr der gestrickten Sommerklamotten! Ich stricke ja ständig und überall, auch im Hochsommer bei 35 Grad im Schatten. Da stricke ich auch ohne mit der Wimper zu zucken große Tücher aus schöner, warmer Merinowolle, das macht mir überhaupt nix aus. Nur tragen möchte ich das ganze Zeug aus Wolle und anderen flauschig-warmen Materialien dann nicht, das ist selbst mir Frostbeule zu warm. Der Hochsommer ist bei mir daher bisher immer die Zeit, in der ich nix selbst gestricktes trage und die selbst genähten Sachen ihren großen Auftritt haben.

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Dieses Jahr habe ich aber den Ehrgeiz entwickelt, mir einige Shirts für meine Sommergarderobe zu stricken. Es gibt so viele schöne Shirtanleitungen und sommertaugliche Garne – es war schon lange an der Zeit, dass ich mich diesem Thema mal widme.

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Mein erstes Projekt, das stand von Anfang an fest, sollte das Big in Japan Shirt von Ahribokatrinchen werden. Das Teil stand schon lange auf meiner To Knit Liste und jetzt habe ich es endlich mal in die Tat umgesetzt. Die Anleitung gibt es auf ravelry, der besten wolligen Anleitungscommunity der Welt! Ravelry bekommt aufgrund der sehr mutigen und meiner Meinung nach grandios gut Entscheidung, aktive Unterstützung für Trump auf der ravelry-Seite zu verbieten, im Augenblick sehr sehr viel Hass zu spüren. #istandwithravelry – und ich hoffe, ihr tut das auch. Zeigt eure Unterstützung offen und laut – und wenn ihr könnt, unterstützt ravelry durch den Kauf von Anleitungen.

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Big in Japan ist ein Oversize Shirt mit überschnittenen Schultern, das einfach von oben „gerade runter“ gestrickt wird und mit verkürzten Reihen an Rücken- und Halsausschnitt in Form gebracht wird. Der Hingucker an dem Teil sind die verkreuzten Maschen, die schräg zu einer Seite verlaufen und dem Shirt so ein bisschen was Interessantes verleihen, ohne direkt zu viel Schischi zu sein. Mich hat die schlichte Optik des Shirts auf jeden Fall sehr angesprochen.

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Da ich Oversize meistens nicht so wirklich gut tragen kann (das macht mich in der Regel breiter, als ich eh schon bin), habe ich die Größenangaben in der Anleitung komplett ignoriert. Nach Anleitung soll das fertige Shirt in etwa 28cm Mehrweite haben, das war mir eindeutig zu extrem. Ich habe mich daher an den Fertigmaßen orientiert und eine Größe ausgewählt, die bei mir deutlich körpernaher sitzt. Da das Shirt kastig ist und keinerlei „Formgebung“ hat, kann man die Anleitung, auch wenn man eine kleinere Größe als die eigene wählt) total einfach in der Länge anpassen und beispielsweise die Armausschnitte so tief machen, wie es einem persönlich behagt (ich mag es zum Beispiel nicht so, wenn man von der Seite durch den Armausschnitt bis zur anderen Seite gucken kann).

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Auch bei meiner Materialwahl bin ich von der Originalanleitung abgewichen. Dort werden die beiden ITO Garne Washi und Kinu vorgeschlagen. Da ich die Kinu, ein tolles Seidengarn, aber schon einmal verstrickt habe und angesichts der Fülle der verschiedenen ITO Garne unbedingt was Neues ausprobieren wollte, habe ich dieses Garn einfach durch die ITO Gima ersetzt. Das ist ein Bändchengarn aus reiner Baumwolle und fühlt sich im ersten Moment ein bisschen wie sehr glatte Paketschnur an. So unverstrickt und ungewaschen ist die Gima wirklich sehr steif – nicht kratzig, aber hart. Kombiniert habe ich die Gima mit der Washi, das ist ein Garn mit Viskose und Seide, also auch ein perfektes Sommergarn, da es leicht und luftig ist.

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Das Stricken an sich geht sehr flott voran, auch wenn es mir stellenweise so vorkam, als würde das Strickstück nicht wachsen. Auch wenn ich Bedenken hatte, dass mir die Gima beim Stricken den Finger abschnüren würde, hat sie sich erstaunlich gut verstricken lassen und lief gut mit. Allerdings hat sie beim Stricken ziemlich gefusselt, ich hatte regelmäßig Arme und Hände voll mit ganz vielen roten Minipunkten (beim ersten Mal dachte ich kurz, ich wäre gegen irgendwas allergisch). Keine Ahnung, was das war, es war jetzt auch nicht schlimm, hat mich nur gewundert. Nach dem Waschen fusselt auch nichts mehr (und in der Waschmaschine habe ich auch keine Spuren von Fusseln gefunden), also alles gut.

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Apropos waschen: Das Garn ist nach der Wäsche deutlich weicher geworden (und ja, ich habe das Teil in die Waschmaschine geschmissen obwohl für die Washi Handwäsche empfohlen wird – hat alles gut geklappt!), ist aber immer noch steifer, als man das sonst von gestrickte Stoffen gewohnt ist. Ich finde es nicht unangenehm, es trägt sich nach meinem Empfinden sogar sehr angenehm auf der Haut und ist perfekt für heiße Tage. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass das Material, ähnlich wie Leinen, durch tragen und mehrfaches waschen immer geschmeidiger wird.

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Da das Shirt mit einer recht großen Nadelstärke (3,5mm) gestrickt wird, mag ich es nicht ohne was drunter anziehen. Dafür habe ich aber beim meinem #visityourlys Besuch im Lalaine Berlin was Tolles entdeckt: Spaghetti-Tops aus reiner Seide – nicht unbedingt günstig, aber wunderbar fein und kühl auf der Haut. Die werde ich mir jetzt nach und nach in verschiedenen Farben zum „unten drunter“ für den Sommer holen, die sind wirklich toll.

Strickt ihr euch Sachen für den Sommer?

Verlinkt bei: Auf den Nadeln, Creadienstag, Sewlala, Handmade on Tuesday, Dings vom Dienstag, Lieblingsstücke, Meine Fummeley

Gestricktes Sommertop (12)

Gestricktes Sommertop (11)

Gestricktes Sommertop (13)

10 Kommentare Gib deinen ab

  1. Ute sagt:

    Das Shirt ist richtig schön und die Farbe steht Dir einfach großartig!
    Natürlich gibt es auch bei mir keine Strickpause, aber ich steige dann um auf Seide, Leinen und Lacegarne.
    Ich glaube, mittlerweile habe ich mehr Sommer- als Winterpullis, weil mir die langärmligen im Alltag einfach zu warm sind.
    Liebe Grüße
    Ute

  2. Frau Häkel sagt:

    Es ist wirklich toll geworden. Die Farbe passt gut zu deinen Haaren und ich denke es war eine gute Entscheidung es nicht so extrem oversized zu stricken…

    1. Danke Dir. Ja, so extrem oversized ist einfach nix für mich!

      1. Frau Häkel sagt:

        Ne für mich auch nicht, obwohl es so gemütlich ist.
        Aber das ist nur was für groß gewachsene Frauen, die lieber sporteln als Essen 😂

      2. Das stimmt 😂😂😂

  3. muschelmaus sagt:

    Das Shirt schaut echt super aus, genau meine Farbe :-) , ich habe auch noch das ein oder andere auf meiner Liste und Sommerstrick steht recht weit oben. Ich glaube, das wäre eine Anleitung, um ravelry zu unterstützen, da schau ich gleich mal.

    1. Ich kann das Shirt nur empfehlen! :-)

  4. Das sieht echt toll aus. Super Idee mit der Nummer kleiner. So „enganliegend“ gefällt es mir noch besser.

    1. Danke. Ich find es auch im oversized look cool – nur eben nicht an mir. Aber das ist ja das tolle am stricken, dass man sich Sachen anpassen kann. :-) und da ist gerade dieses Muster sehr dankbar.
      Liebe Grüße

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