Plastikfreie Sockenwolle – Cuthbert’s Sock von Whistlebare

Dies ist ein Beitrag für mein plastikfreie Sockenwolle Experiment, für das ich mich durch verschiedene Sockengarne teste, die ohne Poly/Nylon-Beimischung auskommen. Für eine Übersicht zu dem Thema und eine Liste der bereits von mir getesteten Garne könnt ihr hier nachlesen: KLICK.

Über Mohair als Nylon-Ersatz in Sockengarn habe ich schon in meinem Beitrag über das Auntie Plastique Garn von Countess Ablaze geschwärmt: KLICK. Da sind 50 Prozent Mohair drin. Es geht aber noch mehr!

Eher zufällig habe ich irgendwann in 2020 auf Instagram den Account von Whistlebare entdeckt. Hinter Whistlebare steht eine familiengeführte Farm im Norden Northumberlands in Großbritannien, die auf ihrem Hof Mohair-Ziegen und Wensleydale Schafe halten. Das Garn, das diese Familie produziert, ist sehr regional, denn es wird in einem Familienbetrieb in Yorkshire versponnen und zurück auf der Whistlebare Farm gefärbt. Das Garn legt also in seiner Produktion keine weiten Wege zurück, was mir sehr gut gefällt.

Das Sockengarn, was das Team von Whistlebare aus seinen Tieren produzieren lässt, nennt sich Cuthbert’s Sock und enthält sagenhafte 80 Prozent Mohair und 20 Prozent Wensleydale Wolle. Darüber, dass Mohair super robust ist und als Nylon der Natur gilt, habe ich schon im Beitrag über die Auntie Plastique Wolle geschrieben, das werde ich hier nicht noch einmal wiederholen.

Auch die der der Cuthbert Sock enthaltene Wensleydale Anteil bringt noch einmal zusätzliche Stabilität mit, denn Wensleydales gehören zu den „langwolligen“ Schafen, deren Wolle als ziemlich strapazierfähig gilt – außerdem filzt diese Faser  nur sehr schwer.

In meinem Beitrag über die Auntie Plastique habe ich schon geschrieben, dass Mohair sehr wenig Elastizität in ein Garn bringt, was sich beim Stricken bemerkbar macht. Dies ist in der Cuthbert Sock durch den noch einmal höheren Mohair Anteil noch deutlicher spürbar. Das Verstricken war für mich sehr ungewohnt und stellenweise auch ein bisschen anstrengend – was mich aber nicht davon abhalten würde, dieses Garn noch einmal zu verarbeiten. Ich habe mich für dieses Garn für Socken mit Muster entschieden. Das würde ich im Nachhinein nicht noch einmal machen, denn das Muster geht im sehr deutlichen Mohair Flausch total unter. Das ist die Mühe nicht wert.

Außerdem war ich durch das Muster an eine bestimmte Maschenanzahl gebunden, was dafür gesorgt hat, dass die fertigen Socken nicht ganz so ideal sitzen. Das Garn ist mit 300m auf 130g etwas dicker als die übliche 4fädige Sockenwolle – aber nicht so stark, wie man vermuten könnte, denn Mohair ist einfach ziemlich schwer. Ich habe trotz der auf der Banderole empfohlenen 3mm mit 2mm Nadeln gestrickt. Da das von mir verwendete Muster für klassisches 4fach Garn ausgelegt war, sind mir die fertigen Socken – erwartbar – etwas zu groß. Das nächste Paar würde ich definitiv nach der Fish Lips Kiss Heel Methode [Achtung ravelry Link] auf meinen Fuß passend und enger anliegen stricken.

Aber auch mein Paar Socken aus der Cuthbert Sock trage ich wirklich gerne, denn es ist wunderbar wärmend! Durch den Mohair Anteil flauscht das Garn sehr stark, vor allem an den beim Tragen durch Reibung belasteten Stellen. Das sorgt dafür, dass die Socken relativ schnell ein bisschen „oll“ aussehen, da sie wirklich stark flauschen, aber das ist bei Mohair halt absehbar und tut aus meiner Sicht auch dem Tragekomfort keinen Abbruch. Hätte ich Stinos und keine Mustersocken gestrickt, würde der zunehmende Flausche vermutlich auch nicht so stark auffallen. Das ist für mich absolut kein Makel und das Garn ist in meinen Augen trotzdem super für Socken geeignet.

Hier – und eigentlich immer – ist es halt wichtig, sich mit dem Material, das man verwenden will, auseinander zu setzen. Denn nicht alle optischen Erscheinungen, die sich durch den regelmäßigen Gebrauch zeigten, sind Zeichen eines Makels oder minderer Qualität. Meine Cuthbert Socken werden vielleicht keinen Schönheitspreis mehr gewinnen (als Stinos vielleicht schon), aber sie halten wirklich eine Menge aus und die Füße zuverlässig warm. Mohair ist schon eine meiner Lieblingsbeimischungen für Socken.

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