Liebstes Sommerlieb

Nachdem ich ja jetzt meine tiefe und wahre Liebe zu Tellerröcken entdeckt habe (siehe hier), musste ich mir prompt noch mehr davon nähen. Außerdem ist vergangenes Wochenende der Hochsommer in Berlin eingekehrt – was passt da besser als luftige Drehkleider?

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Also habe ich mich daran gemacht und ein weiteres Kleid aus der Zuckerstück-Kollektion von der Schwalbenliebe genäht: das Sommerlieb-Kleid. Sommerlieb besticht in der Originalvariante durch eine aufwändig aussehende Faltenlegung, die sich um die Schulterpartie und den rückwärtigen Ausschnitt zieht. Das sieht zwar wirklich toll aus, passt aber nicht wirklich zu meinem Stil, ich mag es da lieber etwas schlichter. Ich habe daher diese „Ruffles“ komplett weggelassen.

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Das ließ sich gut machen, da ich das Oberteil komplett doppellagig genäht habe – da unten ja ein ziemlich schwerer Jerseyrock drankommt, wollte ich das Oberteil möglichst fest haben, damit es sich möglichst wenig durch das Rockgewicht verzieht. Für die innere Lage habe ich roten Jersey genommen und die beiden Lagen außen so abgesteppt, dass der rote Innenstoff hervorblitzt. Das finde ich einen schönen Kontrast zum Hauptstoff- und es sieht von weitem ein bisschen wie eine Paspel aus. Natürlich kann man anstelle der Falten oder meiner Paspel-Schummelvariante auch eine richtige Paspel einnähen – das sieht bestimmt auch gut aus!

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Zum Hauptstoff muss ich nicht viel sagen, oder? Ich liebe Polka Dots und sie passen hervorragend zum Fifties-Style des Kleids. Die Polka Dots habe ich – wie auch den roten Futterjersey – hier vor Ort bei Hüco Stoffe gekauft. Leider sah der Punktesoff schon nach dem ersten Waschen nicht mehr so gut aus – er ist schon leicht ausgeblichen und fusselig. Das finde ich für 15€ den Meter schon etwas ärgerlich.

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Auch bei dieser Variante habe ich den Rock mit Taschen genäht. Es gibt nichts Tolleres als Röcke mit Taschen! Da ein voller Tellerrock aus Jersey ein ziemliches Gewichtmitbringt, habe ich zur Verstärkung und für den besseren Halt Framilastic  Gummiband in die Naht zwischen Rock und Taillenpasse eingenäht. Das Band kann man einfach durch den Nähfuß fädeln und beim Nähen mitlaufen lassen, dann näht es sich quasi von alleine ein. Beim Annähen muss man nur aufpassen, nicht zu dehnen – sonst kräuselt sich der Rock (Kräuseln ist eine andere Anwendungsmöglichkeit von Framilastic).

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Insgesamt bin ich mit meinem Sommerlieb sehr zufrieden. Sollte ich mir noch ein Exemplar nähen würde ich allerdings das Oberteil eine Nummer kleiner machen. Ich habe obenrum doch gut Luft und wenn ich nicht aufpasse, herrscht sonst schnell Hupenalarm.

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Wer genau hinschaut sieht, dass ich die Tulpenärmel etwas verkackt habe: Der eine Ärmel öffnet nach vorne, der andere nach hinten. Das verbuche ich aber unter „künstlerische Freiheit“ und „persönliche Note“. Mir gefällt das Kleid trotzdem grandios gut – ich bin halt Schwalbenliebe Fan. Daher werde ich auch irgendwann noch das Regentag-Kleid nähen, dann ist meine {SWR}-Kleidertriologie nämlich komplett.

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Mein Sommerlieb darf jetzt erst mal zum Me Made Mittwoch und ist ein weiterer Beitrag für die Kleiderwahl im Mai vom Jahres-Sew-Along bei Fräulein An. Der Mai war wirklich ein Kleidermonat bei mir….

15 Kommentare

  1. […] Endlich ist es soweit und ich kann euch einen Schnitt vorstellen, der momentan mein absoluter Favorit ist (er schafft es kaum, auf dem Wäscheständer zu trocknen – ich habe ihn gefühlt ständig an). Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, bin ich ja seit letztem Jahr eine Stammschwalbe von Nikkes aka Frau Schwalbenliebe und in dieser Funktion habe ich Ende 2017 ihre Kollektion Hjarta probegenäht. Hjarta ist isländisch und heißt „Herz“ und ist der perfekte Name für die Schnitte, die Nikkes nun nach und nach veröffentlicht. Ich habe selten eine Schnittmustererstellerin erlebt, die so viel Herzblut und Leidenschaft in ein Probenähen steckt. Probenähen bei der Schwalbenliebe sind immer etwas Besonderes. Ich hatte ja für ihr Sommerlieb Kollektion schon einmal das Vergnügen, für die Frau Schwalbenliebe zu nähen – spätestens da hat sich meine Liebe zu ihren Schnitten verfestigt (siehe hier und hier). […]

  2. Das Kleid steht dir wunderbar. Ich finde es so schön, dass ich selber schon ein eigenes plane.
    Liebe Grüße
    Antje

  3. Ein wunderschönes Kleid! Dunkelblau mit Punkten ist sowieso perfekt und Rot gehört unbedingt dazu. Die „falsche“ Paspel macht sich ganz toll zu diesem Schnitt. So gefällt er mir richtig gut. Das Original hätte ich wohl kaum zweimal angeschaut.
    In so einem Kleid muss man ja durch den Sommer tanzen. Viel Spaß dabei!

    LG Doro

    • Hallo Doro,

      Danke für Deine lieben Worte. Ich fand das Originalkleid auch anfangs etwas „too much“ für mich und hatte es daher eigentlich schon verworfen. Was für einen Unterschied es doch manchmal macht, eine Kleinigkeit wegzulassen. Ich bin froh, dem Kleid eine Chance gegeben zu haben :)

      Liebe Grüße
      Steffi

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