Review: Botanical Colour at your Fingertips“ von Rebecca Desnos

[Unbeauftragte Werbung da Markennnennung. Der Beitrag enthält Amazon Affiliate Links.]

Einige von euch haben mich vor kurzem in meinen Instagram Stories bei meinem Experiment begleitet, Wolle mit Avocado zu färben. Ich habe ja sehr viel Spaß am Ausprobieren und Experimentieren und möchte auch gerne dazu ermuntern, selber mal zum Topf zu greifen und einfach auszuprobieren. Ich habe nach meinem Färbeexperiment sehr viele Rückmeldungen und Fragen bekommen – und ich werde auf jeden Fall noch ein kleines Avocado-Färbe-Tutorial für euch vorbereiten (zum Färben mit Säurefarben habe ich hier schon ausführlich geschrieben: KLICK).

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Aber bis ich dazu komme, habe ich einen kleinen Literaturtipp für alle unter euch, die am Wolle Färben mit natürlichen bzw. pflanzlichen Farbstoffen interessiert sind: Botanical Colour at your fingertips von Rebecca Desnos [Amazon Affiliate Link]. Direkt vorweg: Das Buch gibt es bisher nur auf Englisch, aber es ist die beste Einführung in das Thema, die ich kenne, denn Rebecca hat einen sehr simplen Zugang zu dem Thema und ihre Methoden verlangen nur wenige bis gar keine „exotischen“ Zutaten oder Equipment. Es ist ein sehr persönliches Buch, in dem die Autorin ihren eigenen, durch Ausprobieren perfektionierten, Zugang zum Thema färben hat.

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In diesem Buch gibt es keine Exakten „Rezepte“ mit Grammanzahlen und es werden auch nicht viele Färbepflanzen vorgestellt. Es ist ein erster Einstieg in das Thema und konzentriert sich auf Pflanzen, die die meisten eh in der Küche haben.

Natürliche Zutaten

Ich habe dieses Buch vor allem deshalb als Tipp für euch ausgewählt, weil Rebecca eine sehr „hobby-taugliche“ Beizmethode für sich entdeckt hat. Damit das Material, das gefärbt werden soll, den Pflanzenfarbstoff aufnehmen kann, muss es vorher gebeizt werden. Die meisten Pflanzenfärber*innen nehmen dafür „Alaun“, was sehr nach Alchemie klingt, aber nix anderes ist als Kaliumaluminiumsulfat, ein Salz. Das ist jetzt nicht hochgiftig, sollte aber trotzdem nicht eingeatmet werden und man sollte die Beize auch nicht in Töpfen anrühren, in denen man später noch Essen zubereiten möchte.

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Rebecca Desnos hat hier einen anderen Weg gefunden und beizt ihr Färbegut mit Sojamilch. Hier muss ich dazu sagen, dass Rebecca Veganerin ist und daher nur pflanzliche Faser wie Leinen, Baumwolle etc. färbt. Dafür funktioniert die Sojamilch-Vorbehandlung sehr gut, wie sie in ihrem Buch zeigt. Ich kann mir vorstellen, dass das nicht so ohne weiteres auf tierische Fasern übertragbar ist.

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Allerdings stellt sie in ihrem Buch auch Färbematerial vor, das man in der Küche findet und dass stark tanninhaltig ist – was dafür sorgt, dass man das Färbegut gar nicht vorbeizen muss. Avocadokerne und auch Granatapfelschalen gehören da zum Beispiel dazu – deshalb sind sie besonders geeignet für all diejenigen unter euch, die gerne mal in die Welt des Pflanzenfärbens reinschnuppern wollen.

Zeit, Geduld und Zufall

Besonders gut gefällt mir an Rebeccas Buch [Amazon Affiliate Link], dass sie darin ihren individuellen Färbevorgang zeigt. Es gibt ein grundlegendes Kapitel zum extrahieren der Farbe aus dem Färbematerial, das sehr verständlich und nachvollziehbar. Vor allem macht sie deutlich: Färben mit Pflanzen braucht Zeit und Geduld und die Farbergebnisse sind von so vielen Faktoren abhängig (Qualität des Wassers, wann ist die Pflanze gewachsen, auf welchem Boden ist die Pflanze gewachsen etc) dass sie selten exakt vorhersagbar und auch reproduzierbar sind. Das macht das Färben mit Pflanzen aus meinen Augen aber auch super spannend und aufregend!

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Im Buch zeigt Rebecca viele Beispiele für Färbeergebnisse, die sie aus verschiedenen, alltäglichen Pflanzen gewonnen hat. Es ist schon der Wahnsinn, was für Farben Zwiebelschalen, schwarzer Tee, Lavendel oder Eukalyptusblätter so auf Fasern zaubern können.

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Für alle, die mein Avocado-Experiment nachmachen wollen, gibt es einen extra Abschnitt, in dem spezifisch darauf eingegangen wird. Ein wenig technischer wird es in den Kapiteln, in denen sie den Einfluss des PH-Wertes des Färbebades und den Einsatz von Eisenwasser erklärt – aber auch diese Teile sind sehr praxisnah und gut verständlich beschrieben.

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Als Ergänzung empfehle ich außerdem noch den Blog von Rebecca: KLICK.

Fazit

Wer einen kleinen Ausflug in die Welt des Pflanzenfärbens unternehmen möchte, ohne direkt in einen Haufen Spezialequipment und Färbedrogen investieren zu wollen, findet hier in Rebeccas Buch sehr viele schöne Anregungen und Tipps. Ich kann euch nur ermutigen, neugierig zu sein, und auszuprobieren. Färbewolle für den Einstieg gibt es zum Beispiel von Schachenmayr hier: KLICK [Amazon Affiliate Link]. Viel Spaß beim Färben!

Übersicht

Titel: Botanical Color at your fingertips. [Amazon Affiliate Link]

Autorin: Rebecca Desnos

Im Selbstverlag erschienen, keine Buchpreisbindung

Verlinkt bei: Lieblingsstücke, Meine Fummeley

(after use, please put it backin its proper place)

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Bine sagt:

    Liebe Steffi,
    vielen Dank für den tollen Buchtipp! Ich stöber auch gleich mal weiter zu deinem Beitrag zum Färben mit Säurefarben. Ich hab noch nie gefärbt, aber will das unbedingt ausprobieren! Danke für die Inspiration!

    Liebe Grüße
    Bine

    1. Sehr gerne. Ich freue mich immer, wenn ich Menschen dazu motivieren kann, neue Dinge auszuprobieren :)

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