Rezension: Nähen mit Vegatex von Karin Roser

[Werbung. Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Beitrag enthält Amazon Affiliate Links.]

Könnt ihr euch noch an die Zeit erinnern, als im Nähbereich veganes Leder DER heiße Scheiß überhaupt war? Ich bin ja selbst bekennendes Herdentier und Trendopfer und musste mir, als die Welle aufkam, natürlich auch sofort Unmengen von diesem Zeug kaufen, weil ich das Material sehr spannend fand. Und wie es so ist: Bis auf die Verwendung als Patches bei Ösen und an Hoodie-Taschen habe ich aus dem Material noch nicht wirklich etwas angestellt. Und bevor es hier im Regal weiter versauert, dachte ich, ich gebe dem Buch „Nähen mit Vegatex[Amazon Affiliate Link] von Karin Roser mal eine Chance. Ich habe mir davon erhofft, ein paar coole Ideen für meine Unmengen an veganem Leder zu bekommen.

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Überblick

Das Buch enthält 24 Projektideen, die aus veganem Leder genäht werden können. Hierbei wird ausschließlich die Marke Vegatex verwendet (die findet sich ja schon im Titel des Buches), aber natürlich kann man auch jedes andere vegane Leder verwenden. Ich zum Beispiel habe SnapPap und kulörtexx zu Hause im Schrank liegen. Im Buch selbst findet man keinen Hinweis darauf, dass es das Material auch von anderen Herstellern gibt. Das finde ich ziemlich schade, denn es handelt sich hierbei ja nicht um eine kostenlose Werbebroschüre der Firma Vegatex, sondern um ein kostenpflichtiges Buch aus einem unabhängigen Verlag. Das hat so für mich einen etwas negativen Beigeschmack, aber vielleicht bin ich auch zu pingelig. Und als ich dann noch nach dem Preis des im Buch verwendeten Materials gegoogled habe, bin ich vor Schreck fast vom Stuhl gefallen: Die teuerste Variante, die „Vintage“, kostet für einen Bogen von 50 x 75 Zentimeter schlappe 39.95€. Da sind meine Alternativen, die ich zuhause habe, um einiges erschwinglicher…

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Neben den Nähprojekten gibt es am Anfang des Buches noch eine kleine Materialkunde – nur auf Vegatex bezogen. Die hier enthaltenen Infos – bis auf die verschiedenen Sorten und Farben der Marke – lassen sich aber auch auf andere vegane Lederarten übertragen. In diesem Infoteil gibt es Pflegehinweise (das Zeug kann man nämlich waschen) und Tipps zur Verarbeitung (u.a. zur richtigen Einstellung der Nähmaschine für dieses spezielle Material). Neu war für mich der Tipp, vor dem Nähen die Nahtlinien zu falzen. Das soll angeblich das spätere Wenden erleichtern.

Außerdem gibt es in diesem Teil noch eine Übersicht, was man alles mit dem Material anstellen kann. Man kann es nämlich nicht nur vernähen, sondern auch färben, bemalen, bestempeln, bedrucken, stanzen, prägen und plotten. All das wird allerdings nur am Rande gestreift und nicht wirklich weiter ausgeführt. Hier muss man dann selbst kreativ werden und ein wenig ausprobieren.

Die Projekte

Herzstück des Buches sind die 24 Nähprojekte für das vegane Leder. Ich muss gleich vorweg schicken: Wirklich vom Hocker gehauen hat mich davon nix. An einigen Stellen fand ich das Ganze sogar künstlich aufgebläht. Von den 24 enthaltenen Projekten sind allein 5 Armbänder. Ja, die sehen alle verschieden aus, aber das ist mir doch irgendwie zu langweilig. Hier hätte mir eine Anleitung gereicht, vielleicht noch mit ein, zwei Varianten, aber so fand ich das ein bisschen zu viel und wiederholend.

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Auch sonst sind die enthaltenen Projekte nicht wirklich außergewöhnlich oder neu. Viele der enthaltenen Ideen habe ich – in etwas anderer Form – schon woanders aus veganem Leder gesehen. So ist der Inhalt dieses Buches ziemlich erwartbar: Es gibt eine super simple Geldbörse, die obligatorischen Visitenkartenetuis, eine Mappe für Reiseunterlagen usw. So wirklich hat für mich kein Projekt herausgeragt. Das enthaltene Reise-Backgammon finde ich von der Idee her ganz witzig – aber ich kann kein Backgammon spielen.

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Viele Projekte sind – bitte nicht falsch verstehen, ich bin halt so – unnötiger Tinnef, der irgendwo rumsteht und Staub ansetzt. Ich bin kein Typ für kleine Täschchen oder Körbchen oder Hüllen, weswegen ich in dem Buch wenige Projekte gefunden habe, die für mich wirklich Sinn machen. Lediglich einen hohen Aufbewahrungskorb fand ich ganz cool und ich überlege, ob ich mir den als „Woll-Tonne“ nähen sollte.

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Das klingt jetzt alles furchtbar negativ, aber es ist ja auch immer Geschmackssache, wenn es um Nähprojekte geht. Was man allerdings vor dem Kauf des Buches bedenken sollte, ist die Tatsache, dass die Nähanleitungen allesamt ohne Fotos oder Schemazeichnungen auskommen, sondern lediglich als Fließtext beschrieben werden. Für Menschen mit ein bisschen Näherfahrung ist das kein Problem, ich könnte mir aber vorstellen, dass das Nacharbeiten dadurch für Anfänger eine etwas größere Herausforderung darstellt – gerade bei den doch etwas aufwändigeren Projekten, die aus mehreren Teilen bestehen, Innentaschen haben o.ä.

Fazit

Ich bin ja selten total negativ bei Rezensionen und gebe hier ja auch nur meine höchst subjektive Meinung wieder. Für mich hat sich dieses Buch nicht gelohnt – es enthält einfach viel zu wenig Projekte, die ich nachnähen wollen würde. Wer aber auf Kleinkram steht, gerne Täschchen und andere kleine Objekte näht, könnte mit dem Buch vielleicht doch glücklich werden.

Was habt ihr denn schon Tolles aus veganem Leder genäht?

Überblick:

Titel: Nähen mit Vegatex. Ideen für Leder ohne Tier [Amazon Affiliate Link]

Autorin: Karin Roser

Verlag: TOPP vom Frechverlag

Preis: 14,99€ (D)

(after use, please put it backin its proper place)

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