Rezension – CraSy Mosaik Socken von Sylvie Rasch

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Dass Mosaikmuster gerade irgendwie total im Trend sind, habe ich ja schon beschrieben. Einer der Namen, den man in der deutschen Strickdesigner-Szene mit Mosaikmustern verbindet, ist sicherlich Sylvie Rasch aka CraSy Sylvie. Sylvie hat bereits im vergangenen Jahr ein Buch zum Thema Mosaiktücher stricken herausgebracht. In ihrem neuen Buch „CraSy Mosaik Socken. Stricken mit den addiCraSyTrio“ [Amazon Affiliate Link] zeigt sie, dass man mit Mosaikmustern noch viel mehr machen kann als immer nur Tücher. Socken zum Beispiel.

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Überblick

Wie der Titel des Buches bereits verrät, geht es hier nicht nur um das stricken von Socken mit Mosaikmustern, sondern auch um das Stricken von Socken mit den CraSy Trio Nadeln [Amazon Affiliate Link] von dem Stricknadelhersteller addi. Diese Nadeln hat Sylvie zusammen mit addi entwickelt und sie waren im Herbst letzten Jahres so ziemlich das Highlight an Neuerscheinungen auf dem Strickgadget-Markt – zumindest ist das mein subjektiver Eindruck.

Die Nadeln sollen Menschen, die bisher mit dem stricken in kleinen Runden nicht perfekt zurecht kamen, eben jenes erleichtern. Es handelt sich um drei sehr kurze Nadeln, jeweils zwei kurze Spitzen, die mit einem kleinen flexiblen Seil miteinander verbunden sind. So passen sich die Nadeln flexibel den Maschen an und können sich um Kurven legen. Mit einer Nadeln wird immer gestrickt, auf den anderen beiden Nadeln liegen die Maschen in der Runde.

Um seinem Titel also gerecht zu werden, findet man in den Buch nicht nur 18 Mosaiksocken-Muster, sondern auch einen kleinen Fotokurs zum Stricken mit den Trio-Nadeln – denn das stricken damit ist im ersten Moment vielleicht etwas ungewohnt.

Erschienen ist das Buch im Christophorus-Verlag und kostet in Deutschland 12,99€.

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Struktur

Wie oben bereist erwähnt geht es in dem Anleitungsbuch auch um das Stricken mit einer bestimmten Nadelart, eben den CraSy Trios. Das Ganze wird auf zwei Seiten mit ein paar Fotos anschaulich erklärt. Den Platz, den die Nadeln im Buch einnehmen finde ich damit angemessen: Erfahrene Sockenstricker haben bestimmt schon ihre präferierte Methode und können die beiden Seiten getrost überblättern, wer sich für die Nadeln interessiert bekommt hier kurz und knapp gezeigt, wie man damit umgeht.

Ansonsten ist das Buch modular aufgebaut. Es gibt insgesamt 18 verschiedene Mosaikmuster, die vor allem für den Sockenschaft gedacht sind. Diese Muster finden sich zusammen mit einem Foto von einer Beispielsocke kompakt auf zwei Seiten (wobei das Foto jeweils eine ganze Seite einnimmt).

Die Idee des Buches ist, dass man sich aus vielen Bausteinen seine eigenen Socken zusammenstellt. Dafür gibt es jeweils eigene Kapitel zu Bündchen, Fersen, Fußmuster und Sockenspitzen die unendlich viele Kombinationsmöglichkeiten bieten.

Ich mag ja solche Baukastensysteme sehr gerne und habe hier tatsächlich noch Möglichkeiten gefunden, die ich noch nicht kannte.

Im Kapitel Bündchen stellt die Autorin drei verschiedene Bündchenvarianten vor. Neben dem klassischen Rippenbündchen eine Variante mit falschen Zöpfen und ein Bündchen mit Mäusezähnchen. Hier hat mir das Bündchen mit den falschen Zöpfen besonders gut gefallen, das werde ich sicherlich einmal ausprobieren.

Im Fersen-Kapitel werden neben der klassischen Käppchenferse auch die Bumerangferse und die so genannte Zunahmeferse als Varianten geboten. In diesem Kapitel fehlen mir allerdings Fotos von den verschiedenen vorgestellten Fersenarten. Im Bündchen-Kapitel gibt es für jedes Bündchen ein Beispielfotos, bei den Fersen leider nur Graphiken, die die einzelnen Arbeitsschritte zeigen. Die Käppchen- und die Bumerangferse kennen ich, die Zunahmeferse ist mit neu – leider kann ich mir kein Bild davon machen, wie diese aussieht geschweige denn an einem Fuß sitzt, da es in diesem Kapitel kein einziges Foto gibt. Bei den später vorgestellten Anleitungen wird zu den Beispielbildern zwar angegeben, welche Ferse gestrickt wurde, aber da muss ich dann erst mal im Text suchen, welche Ferse denn abgebildet ist.

Dasselbe Problem habe ich auch mit dem Kapitel zu den Sockenspitzen-Varianten. Auch hier werden drei Varianten vorgestellt, aber es gibt keine Fotos sondern nur Graphiken zu den Strickschritten – dabei finde ich die vorgestellte Propeller- und die Sternchenspitze sehr interessant, da mir diese noch nicht untergekommen sind. Aber auch hier muss ich mich mühsam durch die 18 Anleitungen blättern und die verwendeten Sockenspitzen suchen – die zudem auf den abgebildeten Fotos der Socken nicht im Vordergrund stehen. Sehr schade, da wurde ein wenig Potenzial verschenkt!

Die Anleitungen zu den einzelnen Varianten an sich sind aber allesamt gut und verständlich geschrieben – es gibt jeweils Tabellen für die einzelnen Sockengrößen, in denen übersichtlich Maschenanzahl, Abnahmerunden etc aufgeführt sind. Solche Tabellen finde ich immer sehr anwenderfreundlich.

Besonders gefallen hat mir, dass Sylvie in ihrem Buch auf den Unterschied zwischen kraus rechts und glatt rechts gestrickten Mosaikmustern eingeht, darauf geht sie im Kapotel „Mosaikmuster in Runden stricken“ explizit ein. Das Gros der Mosaikmuster, die ich kenne, wird kraus rechts gestrickt. Im Buch zeigt Sylvie, dass die Muster auch glatt rechts funktionieren (in Runden ist das auch sehr praktisch, dann muss man keine linken Maschen stricken) und dass man interessante Effekte erzielen kann, wenn man glatt rechts und kraus rechts in einem Muster kombiniert.

Sie zeigt außerdem verschiedene Möglichkeiten, den Fuß zu stricken, indem man etwa das Mosaikmuster dort fortführt, glatt rechts in einer Farbe strickt, Ringel strickt oder ein kleinen Pünktchen-Mosaikmuster auf dem Oberfuß einsetzt.

Auf die verschiedenen Sockenbausteine folgen dann 18 Sockenanleitungen als Grundlage für die Socke zum selber bauen.

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Die Anleitungen

Besonders gut gefallen hat mir, dass bei den 18 Sockenanleitungen viele verschiedene Kombinationsmöglichkeiten der einzelnen Bausteine gezeigt werden – jede Sockenanleitung wird in einer anderen möglichen Kombination gezeigt. Positiv hervorzuheben ist hier auch, dass für jede Anleitung aufgeführt wird, in welcher Kombination die abgebildete Socke gestrickt wurde – das ist hilfreich, wenn man das Modell genauso wie abgebildet nachstricken möchte.

Die Anleitungen bieten eine schöne Varianz, es gibt eher geometrische und eher figürliche Muster. Bei den figürlichen Mustern zeigt sich aber meines Erachtens, dass Mosaikmuster auch ihre Grenzen haben: Ich finde die „Figuren“ bei den gezeigten Modellen überwiegend sehr schlecht zu erkennen. Da sind zum Beispiel die Jurassic Socks, auf denen – so glaube ich – ein Dinosaurier zu sehen sein soll, den ich aber nur mit viel Fantasie in den Socken sehe. Gleiches gilt für die Itsy Bitsy Spider Socks oder auch die „Gehen wie ein Ägypter“ Socken, die ich für die Rezension dieses Buches angestrickt habe. Die „Ägypter“ auf den Socken sind, finde ich, nur vage als Männchen zu erkennen. Anders ist es bei den „Knitty Kitty“ Socken – dort formt das Mosaikmuster eine deutlich als solche zu erkennende Katze und das sieht ziemlich cool aus. Die Socken werde ich bestimmt einmal nachstricken.

Viel besser gefallen mir da die geometrischen Muster – aber darin liegt meiner Meinung nach die Stärke von Mosaik. Es gibt zum Beispiel ein hübsches Rautenmuster („Oranje Rauten“) und – mein Favorit – ein Zickzackmuster („Zickezacke“) das sehr harmonisch wirkt.

Gut gefallen hat mir auch, dass einige der Beispielsocken ein Farbverlaufsgarn mit einem Unigarn kombiniert und dadurch die Möglichkeiten zeigt, mit dem Mosaikmuster ein wenig zu spielen.

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Fazit

Die Idee des Baukastensystems hat mir sehr gut gefallen. Dadurch bietet das Buch eine unheimliche Varianz an Möglichkeiten – und man lernt neue Details kennen, die man auch bei anderen Socken gut einsetzen kann. Allerdings hätte man hier mit dem Einsatz von Fotos noch deutlich punkten können – zumindest bei den Bündchenmustern sind diese auch vorhanden.

Das Buch bietet durch den Baukasten über die Mosaikmuster hinaus viel Inhalt. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass noch nicht so erfahrene Sockenstricker hier das ein oder andere lernen können. Auch die kurze Theorie zum Mosaikmusterstricken an sich finde ich sehr gelungen.

Bei den Anleitungen sind einige sehr schöne Ideen dabei, wobei die figürlichen Muster gegenüber den geometrischen recht schwach sind. Aber es ist ja selten so, dass einem alle Modelle aus einem Buch gefallen.

Für 12,99€ bekommt man hier auf alle Fälle ein kleines Buch mit erstaunlich viel Inhalt! Insgesamt finde ich es ziemlich gut gelungen und ich werde bestimmt die ein oder andere Anleitung nacharbeiten und auch die unterschiedlichen Sockendesign-Varianten in mein Sockenrepertoire aufnehmen.

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