Sei Dir was wert! – mit Salzburgmom

Es ist Sonntag und mal wieder Zeit für ein Interview in der „Sei Dir was wert!“-Reihe.

Den Ursprung meiner Serie gibt es hier nachzulesen. Wenn Du Lust hast, mir Rede und Antwort zu stehen und im Rahmen dieser Serie auf meinem Blog zu erscheinen, schreib mir gerne unter feierabendfrickeleien@gmail.com

Spannend fände ich es auch, mal von der „anderen Seite“ zu hören, also Designern oder Unternehmen, die Kooperationen mit BloggerInnen eingehen. Auch hier freue ich mich über Kontaktaufnahme und ein Interview.

Heute erzählt und Cora vom Label Salzburgmom, wie sie das Thema bloggen so für sich angeht. Auf ihrem Blog gibt es vor allem genähtes und geplottetes zu sehen. Darüber hinaus schreibt sie aber noch zu anderen Themen, wie die Gesellschaft, in der wir leben, Kritisches und Nachdenkliches. Außerdem lebt sie in einer kommunikativen Wohnform, was ich super spannend finde. Kurzum, auf ihrem Blog gibt es Inspiration und Futter zum Nachdenken. Schaut euch das mal an.

 

Wie lange bloggst Du schon?

Im Juni waren es 3 Jahre.

Processed with VSCO with  preset
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Warum hast Du mit dem Bloggen angefangen? Bloggst Du heute noch aus denselben Gründen?

Im März 2014 wurde mein Sohn geboren. Mein erstes Kind. Die Geburt war schwer, lang und mit vielen Pannen besetzt. Es wurde viel über meinen Kopf hinweg entschieden und ich habe mich sehr ausgeliefert gefühlt. Ich dachte eigentlich, dass ich eine sehr gut informierte Schwangere war und trotzdem lief alles schief. Das hat mich angespornt mit dem Bloggen zu beginnen. Ich wollte meine Geschichte erzählen und damit vielleicht die ein oder andere Schwangere vor diesem Ausgeliefertsein während der Geburt bewahren.

Meine Blogposts drehen sich nach wie vor um Familie und kritische Themen rund um Familie und die Gesellschaft in der wir leben.

 

Du schreibst häufig über Deine selbstgenähten Werke. Kannst Du ungefähr einschätzen, wieviel Zeit und welche Arbeitsschritte in einem Deiner Nähposts stecken?

Puh, das ist natürlich schwer pauschal zu beantworten, aber ich schätze, dass ich zwischen ein und drei Stunden an einem Post sitze, je nach Thema. Exklusiv der Vorbereitungen wie Fotos knipsen und nachbearbeiten.

Zuerst muss ich mir überlegen welche Fotos ich für den Post brauche und wie ich diese einbaue. Dann werden diese so bearbeitet, dass sie gut in den Text passen. Danach überlege ich mir was in dem Post ungefähr drinnen stehen soll und wie lange dieser werden wird. Dann schreibe ich drauf los. Das geht manchmal, wenn ich einen ‚Lauf‘ habe sehr schnell und manchmal ist die ‚delete-Taste‘ meine beste Freundin. Wenn das alles geschafft ist, wird natürlich alles noch einmal durchgelesen und auf Fehler kontrolliert. Am Schluss wird der ganze Post noch einmal kritisch in der Vorschau betrachtet. Wenn ich zufrieden bin, dann kann er online gehen. Manchmal brauche ich aber noch eine zweite oder dritte Meinung. Dann werden schon mal der Lieblingsmann und meine besten Freundinnen eingespannt.

 

Über den Blogpost hinaus, wieviel Zeit fließt noch in Deinen Blog bzw. in Dein Label?

Hach, Stunden, Tage, Nächte fließen da hinein. Oft sitze ich bis 2, 3 Uhr an meinen Arbeiten. Nähen, Fotografieren, Bilder bearbeiten, Bilder einstellen, Posts verfassen, Teilen, Werbung machen, Ideen, Gedanken sammeln… A never ending story!

 

Mittlerweile hast Du schon an einigen Probenähen und Probeplotten für verschiedene Designer teilgenommen. Ein Außenstehender könnte jetzt denken: Sie nimmt ein noch nicht fertiges Produkt und steckt Zeit und Material und ihre eigene Arbeit rein, um dieses Produkt, das nicht ihr eigenes ist, zu verbessern und es auch noch zu bewerben. Warum machst Du das, worin liegt da für Dich der Mehrwert?

Das ist eine Frage die mir häufig gestellt wird. Im Endeffekt ist es für mich ‚kostenlose‘ Werbung. Wenn meine Arbeit und meine Bilder gut sind, dann werden sie von dem/der jeweiligen DesignerIn verwendet und auf deren Blogs/Pages verwendet. Dh. mein Label ist, wenn ich Glück habe, auf einer Seite, die eine große Community hat, zu sehen. Wenn dann jemandem meine Arbeiten gefallen, dann bekomme ich ein Däumchen und wenn es gut läuft, habe ich eine/n neue/n KundIn gewonnen.

Außerdem lerne ich bei diesen Probenähen und –plotten auch immer wieder sehr inspirierende Menschen kennen. Es ist einfach auch eine Art des Netzwerkens.

Natürlich steckt unglaublich viel Zeit, Energie und auch Geld in diesen Probenähen und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass dies nicht auch unglaublich lustig ist.

 

Welchen Mehrwert bringst Du als Bloggerin in Probenähen ein?

Jede/r NäherIn/PlotterIn hat ihren eigenen Stil und ihre eigenen, kreativen Ideen. Somit kommt dabei ein buntes Sammelsurium dabei rum.

Meine Arbeiten sehen anders aus als die von XY. Ich kann meine persönlichen, kreativen Ideen einbringen und außerdem mich und mein Label.

 

Sind Probenähen in Deiner Wahrnehmung ein fairer „Deal“ für beide Seiten?

Hm. Das ist eine gute Frage. Hinter der Schnitt/Plotterstellung steckt natürlich unglaublich viel Arbeit. Genau wie im Probenähen. Wenn allerdings ein/e DesignerIn das Probenähen gut führt, ein nettes, faires Feedback gibt und die Bilder, die ich ihr liefere auch tatsächlich verwendet, dann ist das für mich ok.

Ich habe allerdings auch schon Probenähen abgebrochen, weil dies nicht gegeben war und dann passt das für mich nicht mehr zusammen.

 

Gibt es für Dich eine Grenze, was Kooperationen mit Unternehmen, Designern etc. angeht? Gibt es einen Punkt, ab dem Du ein Honorar für Deine Leistung verlangen würdest?

Ja, ich glaube den Punkt muss es geben, ansonsten sitzt man irgendwann ausgelaugt in einer Sackgasse. Für mich muss es stimmig sein. Es muss zu mir und meinem Blog passen und es muss sich, für mich, in einem bestimmten zeitlichen Rahmen bewegen.

Bei Kooperationen mit großen Unternehmen muss es, meiner Meinung nach, aber immer ein Honorar für meine Leistungen geben. In welchem Umfang das dann im Endeffekt auch sein mag.

 

Wann fühlst Du Dich als Bloggerin wertgeschätzt?

Wenn ich nette, konstruktive Kommentare bekomme. Wenn meine Beiträge geteilt werden. Das freut mich immer besonders, weil ich dann weiß, dass dieser Beitrag so gut gefällt, dass er sogar geteilt wird. Natürlich freue ich mich auch immer, wenn meine Seite irgendwo erwähnt wird, das ist dann Balsam für die Seele.

Wenn eine dieser Aktionen eintritt, dann weiß ich, dass sich meine Arbeit lohnt und ich nicht umsonst sehr viel Zeit meines Lebens investiere.

 

Liebe Cora, vielen vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten!

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