Sei Dir was wert! – mit Frau Chefin

Mit dem heutigen Teil meiner „Sei Dir was wert“-Reihe (mehr zum Ursprung hier) machen wir unseren ersten Ausflug raus aus der DIY-Szene und rein in ein völlig anderes Milieu.

Isabelle von Frau Chefin hat sich vor einigen Jahren als Eventtechnikerin und Online Marketing Fachfrau selbstständig gemacht und hat das zum Anlass genommen, einen Blog zu starten, mit dem sie gezielt Frauen anspricht, die selbstständig sind (oder es noch werden wollen). In ihren Posts berichtet sie von ihren eigenen Erfahrungen und bietet ihren Leserinnen Mutmachergeschichten, Tipps und Tricks für die eigene Selbstständigkeit. Im Interview erzählt sie uns unter anderem von ihren Erfahrungen mit Kooperationen.

 

Wie lange bloggst Du schon?

Mein Blog „Frau Chefin – Der Business-Blog für selbstständige Frauen (und die, die es noch werden wollen)“ ist am 01. Januar 2016 online gegangen. Den Schubs, die Idee endlich in die Tat umzusetzen, hatte ich im Oktober 2015.

 

Warum hast Du mit dem Bloggen angefangen? Hat sich Deine Intention im Laufe der Zeit geändert?

Die Idee dazu hatte ich schon viele Monate bevor der Blog online ging. Ausschlaggebend dafür, endlich loszulegen, war sowohl ein privates Ereignis, als auch die Feststellung, dass ich neben der Selbstständigkeit ein schönes Hobby haben möchte und für mich auch zum Abschalten brauche.

Meine Intention ist und war von Anfang an ganz klar: Ich möchte mit meinen Erfahrungen anderen Frauen Mut machen, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, ehrlich von Höhen und Tiefen berichten und auch für bereits erfolgserprobte Selbstständige eine Anlaufstelle sein. Meine Vision ist es, mehr Frauen für die Selbstständigkeit zu begeistern, denn in uns Frauen steckt viel mehr als wir uns oft zutrauen.

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Welchen Stellenwert hat das Bloggen für Dich: Ist es noch Hobby oder Mittel zum Geldverdienen – oder beides?

 Mittlerweile ist der Blog aufgrund der Größe zu einer ernsthaften „nebenberuflichen Selbstständigkeit“ angewachsen. Aus dem Hobby wurde nach und nach ein Business. Aufgrund der Tatsache, dass ich im August Mama werde, verfolge ich mein Blogbusiness noch intensiver, da ich hier für mich und für meine Familie die Möglichkeit sehe, eine selbstständige WorkingMum zu sein und trotzdem von zuhause arbeiten zu können. Ein sehr großer Luxus, wie ich finde.

 

Wie entsteht ein Blogpost bei Dir, welche Arbeitsschritte stecken dahinter?

Jeder Blogpost startet mit einer konkreten Idee zu einem Thema. Das kann ein Marketing-Tipp sein, eine Erfahrung, die ich gerade gemacht habe, oder zum Beispiel eine Leserfrage, die ich erhalten habe. Mit dieser Idee im Kopf setze ich mich (meistens nachts) an den Laptop und fange an zu tippen. Nach und nach entsteht dann der fertige Artikel. Wenn ich mit dem Text zufrieden bin, wird dieser noch mit einem passenden Titelbild ergänzt und entsprechend meines Redaktionsplans vorausgeplant.

 

Wieviel Zeit widmest Du jede Woche Deinem Blog – kannst Du das ungefähr beziffern?

Das ist wirklich sehr schwierig. Das hängt davon ab, was alles zu tun ist. Aber grob geschätzt sind das im Schnitt auf jeden Fall wöchentlich 10 bis 15 Stunden.

 

Ich habe die „Sei Dir was wert“-Serie gestartet, weil mir in der DIY-Bloggerszene, in der ich unterwegs bin, vermehrt sehr unverschämte „Kooperationsangebote“ aufgefallen sind, mit denen große aber auch sehr kleine Unternehmen an Bloggerinnen und Blogger herantreten. Da wird manchmal erwartet, dass die Blogger ihren Blog für die Bewerbung eines Produktes nutzen und das zu bewerbende Produkt auch noch selbst kaufen.

Du bewegst Dich mit Deinem Blog in einer völlig anderen Szene – Du bloggst über das Selbstständigmachen und das Selbstständigsein und möchtest hier vor allem Frauen Mut machen, diesen Schritt zu wagen und ihre eigene Chefin zu werden. Hast Du in der „Business-Blogger“-Szene auch schon Erfahrungen mit „dreisten“ Kooperationsanfragen gemacht?

Leider ja. Es kommt nicht selten vor, dass ich von Unternehmen angeschrieben werde, kostenlos einen Artikel über ihr Produkt zu schreiben. Dass dahinter noch mehr Arbeit steckt, als bei meinen „normalen“ Artikeln, wird gerne vergessen.

Auch kommt es hin und wieder vor, dass ich zu einem Business-Event eingeladen werde, das 500km entfernt ist und ich für Anfahrt, Übernachtung und Artikel mit einer kostenlosen Eintrittskarte fürstlich entlohnt werde. Solche Anfragen lösche ich in der Regel sofort wieder.

Was zwar nicht dreist, aber ziemlich nervig ist, sind Anfragen von Agenturen, die sich angeblich mit dem Blog auseinander gesetzt haben und diesen toootal toll finden, aber Fragen stellen, die man mit zwei Klicks auf der Seite beantwortet bekommen hätte. Meistens werden dann ganz hektisch und vor allem zeitlich drängend für einen Auftraggeber Infos angefordert, die ich zwar gerne liefere, aber danach oftmals ewig nichts mehr höre, wenn ich überhaupt nochmal etwas von der Agentur höre. Hinzu kommt, dass viele Agenturen vergessen, dass wir auch als Blogger nicht von 9 bis 17 Uhr am Laptop sitzen und alles sofort erledigen können.

 

Was sind für Dich und Deinen Blog vorteilhafte Kooperationen? Was macht eine Kooperation für Dich interessant, was bietet Dir einen Mehrwert?

Besonders interessant sind für mich Kooperationen mit selbstständigen Frauen und anderen Blogs. So wie zum Beispiel mit dir. Das ist für beide Seiten toll: Jeder profitiert von der Reichweite des Anderen, man erscheint auf anderen Blogs, bietet den Lesern Abwechslung und oftmals einen ganz neuen Eindruck von sich als Blogger.

Auch freue ich mich über Kooperationsanfragen von Unternehmen, die mit ihrem Produkt uns Selbstständigen einen echten Mehrwert liefern in Form einer Problemlösung oder Vereinfachung von Bürokratie.

 

Hast Du mit Deinem Blog „Frau Chefin“ von Anfang an darauf hingearbeitet, damit auch eine Einkommensquelle zu generieren? Wie lange hat es gedauert, bis Du mit Deinem Blog auch Geld verdient hast und welche Voraussetzungen musste der Blog dazu erfüllen –musstest Du zum Beispiel erst auf eine bestimmte Reichweite kommen?

Ich habe Frau Chefin von Anfang an als zusätzliche Einnahmequelle gesehen, wobei für mich das Gefühl von „ungezwungen“ immer sehr wichtig war und ist. Die Leidenschaft und nicht das Geldverdienen stand und steht für mich im Vordergrund. Ich habe viele Kooperationsanfragen abgesagt, obwohl ich damit hätte Geld verdienen können. Für mich muss aber immer das Gefühl dazu stimmen und der Mehrwert für meine Leserinnen im Vordergrund stehen. Mein Vorteil ist, dass ich neben „Frau Chefin“ meine Vollzeit-Selbstständigkeit habe und nicht zwingend auf dieses Einkommen angewiesen bin.

Die erste Blogeinnahme hatte ich nach ca. 6 Monaten, als ich eine stabile Reichweite von über 2000 Leserinnen pro Monat aufgebaut hatte. Wir reden hier allerdings von einem mittleren zweistelligen Betrag, der gerade mal die ersten Kosten gedeckt hat. Vielleicht hätte ich schon vorher Einnahmen generieren können, aber ich habe es einfach nicht versucht 😉

 

Hast Du einen Tipp für Bloggerinnen und Blogger, die hobbymäßig und mit viel Leidenschaft und Aufwand bloggen und zum ersten Mal mit Kooperationsanfragen in Berührung kommen?

Erstmal einen großen Luftsprung machen, dass man im Web gefunden wird und sich jemand für den Blog interessiert 🙂 Und nach dem Jubelschrei sollte man sich dann ganz realistisch anschauen, ob die Anfrage wirklich zu den Themen auf dem Blog passt und auch den Lesern einen Mehrwert bietet. Wenn nicht, ist meine Empfehlung, lieber eine Kooperationsanfrage sausen zu lassen, dafür aber glaubwürdig für die Leser zu bleiben.

 

Isabelle, danke für Deine Unterstützung meiner Serie und dass Du den Anstoß gegeben hast, dass ich mich in den Interviews auch über die Grenzen der DIY-Blogszene hinaus wage!

Du bloggst hobbymäßig und hast Lust, meine „Sei Dir was wert!“-Serie zu unterstützen? Oder Du bist die Person „auf der anderen Seite“ einer Kooperation (Schnittmusterersteller, Unternehmen, etc.) und möchtest mir Deine Sicht der Dinge erzählen? Dann melde Dich gerne bei mir unter feierabendfrickeleien(at)gmail(dot)com

 

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