Celestarium

Ich hatte es ja schon mal gesagt – beim Stricken darf es für mich gerne mal etwas aufwändiger sein: viele Maschen, viele Charts und so weiter. Das könnt ihr zum Beispiel hier oder hier sehen. Deswegen habe ich mich endlich mal an ein Projekt gemacht, das ich schon seit vielen Jahren stricken wollte. Ich habe mir den Sternenhimmel gestrickt. Ernsthaft! Genauer gesagt die Sternenbilder der nördlichen Hemisphäre. Die kann man sich nämlich als Tuch stricken, nach der Anleitung „Celestarium“ von Audry Nicklin.

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Celestarium ist eine exakt nachgebildete Ansicht des Sternenhimmels der nördlichen Hemisphäre vom Nordpol aus gesehen. Genial, oder? Schon alleine deswegen musste ich mich an das Tuch machen.

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Die „Sterne“ in dem Tuch entstehen durch Umschläge, neben denen man eine Perle einstrickt. Sehr simpel. Begonnen wird das Tuch aus den Mitte heraus. Danach strickt man immer in der Runde. Ab und zu muss man die Maschenzahl verdoppeln – so vergrößert sich der Kreis. Damit ist die Konstruktion des Tuches denkbar simpel.

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Trotzdem ist das Ganze kein Mitnahmeprojekt. Zum einen sind da die Perlen, die man immer parat haben muss. Zum anderen die vielen Seiten der Anleitung. Um die ganze Einstrickerei handhabbar zu machen, hat Audry das Tuch in der Anleitung in Abschnitte à 72 Maschen unterteilt. 72 Maschen sind managebar, bis 72 kann man gut zählen. Die Abschnitte sind jeweils durch Maschenmarkierer voneinander getrennt und jeder Abschnitt hat seinen eigenen Chart.

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Das fängt noch ganz harmlos an: Man beginnt mit einem Chart à 72 Maschen. Aber da sich die Maschen ja immer wieder mal verdoppeln, damit der Kreis größer wird, verdoppelt sich auch die Anzahl der Abschnitte und damit der Charts. Am Ende hat man dann 8 Charts auf 8 Blättern, die man pro Reihe „bearbeiten“ muss. Da muss man schon sehr aufpassen, um den Überblick zu behalten und nicht eigene Sternenbilder zu kreieren, weil man dem falschen Chart folgt.

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Trotzdem ging das Stricken recht flott von der Hand und hat riesigen Spaß gemacht. Gestrickt habe ich aus Wollmeise Pure aus – wie sollte es anders sein – der tollen Farbe Moses. Die Perlen sind goldene Tohos in der Größe 6, die ich bei i-Perlen gekauft habe.

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Da mir der bei der Originalanleitung vorgesehene Rand zu langweilig war, habe ich mir eine Alternative dazu gekauft. Kimberlee Johnson hat extra für das Celestarium-Tuch das „Stellar Wave Edging“ entwickelt, das es als extra Muster bei ravelry zu kaufen gibt. Dieser Rand hat ein schönes kleines Lacemuster, das doch etwas mehr hermacht als die Originalborte des Tuches. Allerdings verbraucht der Alternative Rand doch deutlich mehr Wolle als die Originalvariante, weswegen ich mit meinen 300g Wollmeise Pure nicht ausgekommen bin. Glücklicherweise hatte ich noch einen großzügigen Rest Moses in Twin von meinen Handschuhen übrig, von dem ich noch einmal gut 40g in der Tuch gesteckt habe.

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Für das Spannen braucht man dann vor allem Platz und Geduld – es ist nicht gerade einfach, einen Kreis auszuspannen – da helfen Spannstäbe wenig. Ich habe mit den Kreis mit kleinen Wollfäden in Achtel aufgeteilt und habe versucht, die jeweils gegenüberliegenden Abschnitte exakt aufeinander auszurichten. Mangels fester Spannfläche (ich habe eindeutig zu wenig Puzzlematten) ist mir das nur eingeschränkt gelungen. Aber das fällt beim Tragen nicht so doll auf.

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Ich bin ganz verliebt in meinen Sternenhimmel und fasziniert davon, dass ich tatsächlich den großen Wagen und Kassiopeia darauf finden kann (die einzigen beiden Sternbilder, die ich kenne und auch am Nachthimmel finde). Audry hat auch die südliche Hemisphäre in eine Strickanleitung gepackt. Die werde ich mir irgendwann auch noch stricken, damit mein Nachthimmel komplett ist.

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Bis dahin darf Celestarium erst mal zum RUMS und zu „Auf den Nadeln im Mai“ bei Frau Maschenfein.

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Klara sagt:

    Hallo. Ich lese jetzt schon etwas länger auf deinem Blog und mag sowohl deinen Kleidungsstil als auch deinen Schreibstil. Bin übrigens Strickerin und MUSS daher diesen Kommentar loswerden: den Nachthimmel stricken? Wie cool!!! Hammeridee! Und obwohl ich dieses Moses nicht wirklich mag, zum Tuch passt es hervorragend!

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    1. Hallo Klara,

      Oh, danke für die vielen lieben Worte! Es freut mich sehr, dass Dir mein Blog gefällt. 🙂
      Ja, oder?! Die Idee, den Nachthimmel in ein Tuch zu bannen fand ich auch von Anfang an genial. Ich habe jahrelang immer wieder die Anleitung angehimmelt und jetzt musste ich das Tuch einfach stricken.
      Auch wenn andere Leute das nicht erkennen werden, wenn ich das Tuch trage aber es ist so ein geniales Gefühl, zu wissen, was das Tuch darstellt 🙂
      Liebe Grüße
      Steffi

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