Blausalz

Eine Woche nach dem meteorologischen  Frühlingsbeginn komme ich mit einem dicken Winterpulli um die Ecke. Nach all den Tüchern (hier und hier zum Beispiel) wollte ich mal wieder etwas klamottiges stricken. Passenderweise habe ich zu Weihnachten einen Gutschein von der Wollmeise bekommen – damit kann man ja nicht viel falsch machen (und ich nenne einen beachtlichen Wollmeisestash mein eigen).

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Den Gutschein habe ich sofort in Wollmeise DK umgesetzt, denn ich wollte mir einen dickeren Pulli für kalte Berliner Wintertage stricken. Die DK Qualität der Wollmeise habe ich schon einmal verstrickt und fand sie damals schon super! Sie kommt in fetten 200 Gramm Strängen, das heißt, weniger neu ansetzten, weniger Fäden vernähen. Abgesehen davon ist die Qualität der Wolle so, wie man es von der Wollmeise gewohnt ist: Sie ist vom Gefühl her weich und sehr glatt. Dabei ist die DK Qualität nicht so fest verzwirnt wie die Fingering Garne der Wollmeise, das macht sie irgendwie weicher und wärmer.

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Zu meiner großen Freude gab es im Wollmeiseshop kurz nach Weihnachten ein reichliches Angebot an DK. Unter anderem auch den tollen Blauton „Moses“. Auf Moses war ich schon länger scharf, ich durfte ihn mal bei einer anderen Strickerin live bewundern und war sofort verliebt. Es ist ein tiefes, dunkles, sattes Blau – einfach herrlich.

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Für diese tolle Wolle musste es natürlich eine angemessen tolle Anleitung sein. Gelandet bin ich bei meiner Suche bei Elise Dupont. Sie hat einen wunderschönen schlichten aber raffinierten Rollkragenpulli namens „Poivre & Sel“ entworfen. Der Pulli hat mir sofort wegen seiner Konstruktion gefallen – die zwei Zöpfe, die von oben nach unten über das Vorderteil laufen, bestimmen die Taillenformung des Ganzen. Außerdem waren die Verzopfungen genau die richtige Dosis, um das Stricken nicht langweilig werden zu lassen.

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Die Anleitung von Elise ist wirklich gut geschrieben und super gut nachvollziehbar. Und wie ich es schon bevor ich angeschlagen habe, vermutet habe, ist der Pulli wirklich clever konstruiert. Wie erwähnt wird die Taille durch Zu- und Abnahmen an den beiden Zöpfen geformt. Zusätzlich werden aber noch Zu- und Abnahmen am Rücken gearbeitet ,  so dass man fast so etwas wie Rückenabnäher erhält. Ich habe ein leichtes Hohlkreuz, und durch diese „Rückenabnäher“ sitzt der Pulli bei mir wirklich gut. Das Prinzip habe ich so noch bei keiner anderen Strickanleitung gehabt, aber ich bin begeistert.

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Was mir auch sehr an dem Pulli gefällt, ist die Tatsache, dass er eingesetzte Ärmel, also „set-in sleeves“ hat. Bei dieser Art des von oben Strickens formt man durch Zunahmen eine Armkugel, aus der dann später Maschen für die Ärmel aufgenommen werden. Anders als beim Raglan von oben werden hier keine Maschen stillgelegt. Ich bin ja mittlerweile nicht mehr so der große Raglan-Fan, da ich finde, dass Raglanärmel oft sehr schlecht sitzen und oben an den Armen Falten werfen. Da gefallen mir set-in sleeves wesentlich besser.

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Mit meinem Pulli bin ich sehr zufrieden, er passt und ist schön kuschelig. Außerdem ist der Poivre & Sel ein echtes Verbrauchswunder. Ich habe gerade einmal 540 Gramm verbraucht – und das bei verlängertem Oberkörper und extra langen Ärmeln.

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Und weil der Pulli so schön ist, macht er beim Me Made Mittwoch mit und wandert zu auf den Nadeln von Frau Maschenfein.

13 Kommentare Gib deinen ab

  1. Bele sagt:

    Der Pulli ist traumhaft und ich würde ihn jetzt gerade (draussen strömt ein kalter Regen) sehr gerne tragen…
    LG, Bele

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  2. Danke! Ja, die so ein Wetter ist er echt perfekt 🙂
    LG Steffi

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  3. Toller Pulli… aber so dick find ich die DK nicht… die geht doch noch ein bisschen….! 😉 Das mit der Taillierung über Abhäher und am Zopfmuster ist eine tolle Sache…und auch das „Set in Sleeves“ muss ich mir mal merken! Mit den Raglanärmeln hab ich bisher Glück (Behind my back und Paulie) und Pech (Whippet) gehabt. LG Alex

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    1. Ich kann Dir die Anleitung wirklich nur empfehlen. Die ist echt super und Elise hat sich viele Gedanken über die Konstruktion gemacht 🙂 LG Steffi

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  4. Astrid sagt:

    Super chic, dein Pulli. Mir gefallen die Zöpfe und die unsagbar schöne Farbe. Er steht dir ausgezeichnet. Viel Freude beim Tragen.
    LG, Astrid

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    1. Liebe Astrid, vielen vielen Dank 🙂 ich finde die Farbe auch sensationell schön. Ich bin froh, dass ich sie endlich man erwischt habe. Der Pulli ist jetzt schon ein Lieblingsteil 🙂
      LG Steffi

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  5. Sarah sagt:

    Ganz toll dein Pullover!!! Und dass du so detailliert beschrieben hast. Das klingt nach einer guten Anleitung… LG Sarah

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    1. Danke für Dein Feedback 🙂 ich bemühe mich immer, möglichst detailliert meine Einschätzung rüberzubringen.
      Die Anleitung ist wirklich zu empfehlen 🙂
      LG Steffi

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  6. Mini sagt:

    Hübscher Pullover, der Schnitt und auch die Farbe gefällt mir sehr, aber als “ tiefes, dunkles, sattes Blau “ kann man die Farbe nicht wirklich erkennen.
    Liebe Grüße Mini

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    1. Hallo Mini,
      Danke für Dein Feedback. Wir hatten beim Fotos machen sehr komisches Licht, sowohl drinnen als auch draußen. Deswegen stimmt die Farbwiedergabe nicht wirklich. Moses ist vielleicht auch einfach schwer einzufangen 🙂
      LG Steffi

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  7. made with Blümchen sagt:

    (Oh manno, jetzt ist mein erster Kommentar weg… Also nochmal.) Eigentlich trage ich keine Pullover mehr, aber vielleicht kann ich den Pulli als Jacke stricken, was meinst du? Weil das mit der Taillierung gefällt mir sehr sehr gut. Wie hast Du die Verlängerungen von Ärmeln und Körper angelegt? Beim Ärmel, wo man ja von oben nach unten strickt, kann ich es mir vorstellen, aber der Körper ist ja von unten nach oben? Gibt es dazu Hinweise in der Anleitung oder hast Du es Dir selbst ausgerechnet? lg, Gabi

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    1. Liebe Gabi,
      Das ist bestimmt als Jacke machbar. Du müsstest Dir dann halt nur was als Kragenlösung ausdenken. Vielleicht ein Kragen zum Umklappen? 🙂 Und der Pulli wird top down gestrickt, da ist das mit der Verlängerung kein Problem.
      Bin gespannt, wie das als Jacke wird, die Idee gefällt mir sehr gut!
      LG Steffi

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