Tool Time – Das richtige Werkzeug

Ich habe lange überlegt, was mein erster richtiger Blogpost werden soll. Da ich gerade mit einem neuen Handarbeitshobby – dem Nähen – anfange, und da vor der Frage stehe: Was braucht man dafür alles?, dachte ich mir, ich starte mit einer kleinen Kunde in nützlichen Helferlein.

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich gehöre zu dem Typ Mensch, der Sachen entweder ganz oder gar nicht angeht. Stricken lernen mit ein paar alten Nadeln und Plastikwolle? Nicht mit mir! Wenn ich etwas Neues beginne, statte ich mich gleich am Anfang komplett aus. So richtig. Ich meine, wirklich richtig! Denn erst mal testen und ausprobieren ist was für Feiglinge. Außerdem probiere ich sehr gerne neue Sachen aus, die im Strickbereich so zu finden sind. Es gibt einen neuen Garn-Hype? Super-mega-tolle Nadeln aus Übersee? Maschenmarkierer in limitierter Edition? Muss ich haben! Man könnte sagen, ich bin etwas unkontrolliert, wenn es um mein liebstes Hobby, das Stricken geht. Aber wenn man etwas gerne und viel tut, sollte man dafür auch das beste Werkzeug zur Verfügung haben.

TLDR: Ich habe etliche Jahre Kaufrausch Erfahrung, was Strick-Zubehör angeht. In diesem Post möchte ich euch ein paar Empfehlungen geben und zusammentragen, was man meiner Meinung nach unbedingt braucht, wenn man wirklich stricken möchte.

Die Nadeln

Die richtige Wahl der Stricknadel hat fast etwas von Partnerwahl – die Suche nach der Richtigen kann einige Zeit dauern, jeder hat andere Vorlieben und nicht jeder Mensch kommt mit jeder Stricknadel klar. Das Thema Stricknadeln allein ist schon einen philosophischen Essay wert. Vielleicht blogge ich demnächst mal über meine Suche nach der Traumnadel. Um es kurz zu machen: Nach Affären mit Bambus und Holz bin ich bei der guten alten Metallnadel hängengeblieben. Bambus bog sich, Holz brach ab – das Metall bleibt einfach, wie es ist.

Nun ist es mit der Entscheidung für das Material noch nicht getan. Es gibt dutzende verschiedene Metallnadeln auf dem Markt. Ich bin letztendlich bei HiyaHiya Nadeln gelandet (und ich habe keine Ahnung, wie man die richtig ausspricht!). Die Nadeln wurden in China erfunden und ich habe den Eindruck, der Trend ist aus Amerika zu uns geschwappt. Auf einmal hatte jeder HiyaHiyas. So auch ich. Nachdem ich ein paar feste Nadeln getestet habe, habe ich mir ein sogenanntes „Interchangeable Set“ gekauft. Das sind einzelne Nadelspitzen in verschiedenen Größen, die man auf einzelne Seile schrauben kann. In meinem Set sind Nadelspitzen in Viertelschritten von 2,75 bis 4mm, dann noch 4,5 und 5mm – nur 3mm Spitzen muss man extra kaufen, die gehören komischerweise bei fast allen Nadelsystemen nicht zur Grundausstattung. Auch die Seile gibt es in verschiedenen Längen. So kann man sich für jedes Projekt die passende Rundstricknadel selber zusammenbauen.

Warum für mich die HiyaHiyas der Traumkandidat sind? Es ist das Seil! Bei den auswechselbaren Nadeln sind die Seile nicht fix, sondern können in ihrem Sockel rotieren. Sie bewegen sich mit, wenn man strickt. Ich habe das Gefühl, dadurch geht das stricken weniger aufs Handgelenk. Es ist super angenehm! Außerdem sind die Seile wunderbar flexibel und dadurch super für Magic Loop geeignet.

Das starre Seil war der Grund, weshalb ich meine Affäre mit Chiaogoos beendet hab (auch das Nadeln, deren Namen ich nicht aussprechen kann!). Von den Spitzen her sind beide Nadelsysteme für mich gleichwertig, zumindest wenn man die HiyaHiya Sharp mit den Red Lace von Chiaogoo vergleicht. Beide haben sehr spitze Sitzen und sind damit für feine Garne und Lochmuster bestens geeignet. Lacestricker werden mit beiden Systemen ihre Freude haben. Allerdings hat mit das Seil der Chiaogoos in den Wahnsinn getrieben. Ich benutze die Nadeln mittlerweile nur noch zum Maschen stilllegen. Dafür kann man ja nie Nadeln genug haben.

Auf dem Foto habe ich mal versucht, euch die Spitzen verschiedener Metallnadeln im Vergleich zu zeigen. V.o.n.u.: KnitPro, HiyaHiya, Chiaogoo.

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Das HiyaHiya-Set bekommt man, inklusive einem schicken Täschchen, zum Beispiel bei Jules Wollshop.

Haspel und Wollwickler

Wer viel mit handgefärbter Wolle strickt, weiß: Mit ihr kann man nicht sofort loslegen, man muss erst ein abstrickbares Knäuel produzieren. Handgefärbte Wolle kommt in der Regel in Strängen, die man erst zu einem schönen Wollknäuel umwickeln muss. Man kann das natürlich ganz klassisch mit einer Stuhllehne tun (oder einem willigen menschlichen Helferlein, das bereit ist, für ein paar Stunden die Hände in die Luft zu halten). Ich hab das auch lange gemacht, weil ich mir gedacht habe: Für das Geld, was Haspel und Wickler kosten, kannst Du so viel schöne Wolle kaufen.

Dann kam der Tag, an dem ich einen 300g Lacestrang mit über 1km (in Worten EIN KILOMETER) Lauflänge gewickelt habe, bin ich eingebrochen. So etwas brauchen weder mein Rücken noch meine Arme jemals wieder! Noch am Abend wurden Haspel und Wickler bestellt und ich möchte sie nicht mehr missen.

Ich persönlich kann nur jedem zu einer Schirmhaspel raten. Ich habe einmal an so einem Ding mit verschieden einstellbaren Armen gesessen – das braucht kein Mensch. Außerdem bin ich der Typ Plastikwickler. Ich habe einen einfachen von Brother, der mir seit Jahren hervorragende Dienste leistet – und auch mit 300g Lacesträngen klarkommt! Ich hab mein Equipment von der Zauberwiese.

Maschenmarkierer

Maschenmarkierer sind für mich ein unverzichtbares Hilfsmittel – denn sie nehmen einem das Denken und das Zählen ab. Mit Maschenmarkierern markiert man Maschen, vor oder nach denen etwas „passiert“, etwa eine Ab- oder Zunahme, der Rundenbeginn oder eine Musterwiederholung.

Außerdem gibt es Maschenmarkierer in allen Formen und Farben, sie sind schick und machen süchtig. Ich kann gar nicht sagen, wie viele ich davon besitze. Im Sinne der Praktikabilität bin ich aber von Maschenmarkierern mit viel Gedönschen und Perlchen und Rumgebamsel weg – die sind mir zu lang und stören mich meist. Meine allerliebsten MaMas sind einfach bunte Ringe, die ich euch hier mal fotografiert hab.

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Auch noch praktisch und immer mal notwendig sind Maschenmarkierer, die sich öffnen lassen. Sie bleiben im Gestrick, also in einer bestimmten Masche hängen und markieren zum Beispiel einen Punkt, an dem man später Maschen aufnimmt.

Und weil ich ein absolutes Nerd-Girl bin und auch gerne mal inkonsequent, habe ich natürlich Doctor Who Fandom Maschenmarkierer – auch wenn sie groß und bamselig sind!

Die bunten Ringe gibt es in verschiedenen Grüßen bei BeaGin, Doctor Who Fans werden bei NerdsplosionStudio glücklich.

Und das waren, wenn ich ganz ehrlich bin, die Helferlein, die ich am allermeisten brauche. Alles andere ist verzichtbar – abgesehen noch von einem Stift und einem Maßband. Und einem Projektbeutel vielleicht, in dem man das Wip standesgemäß lagern kann.

Was für Werkzeug benutzt ihr? Was ist für euch zum Stricken unverzichtbar? Ich freue mich über Kommentare!

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Ähnlich wie du, nutze ich seit einiger Zeit nur noch HiyaHiyas, obwohl hier (mehrere) Knitpro-Sets herumfliegen. Die Hiyahiyas sind einfach angenehmer zu nutzen. Das Seil ist beweglicher, das Stricken fällt leichter und sie liegen sehr gut in der Hand.
    Maschenmarkierer müssen bei mir hübsch sein und nicht zu schwer oder zu lang, ansonsten bin ich da pflegeleicht.
    Am Liebsten hab ich auch da im Moment die Mini-Wolknäuel-Marker von Hiyahiya.
    Beim Wickler träume ich von einem großen schweren aus Holz, mein Plastikbomber bringt mich regelmäßig auf die Palme.
    Bei der Maschenkunst in Köln haben sie einen elektrischen Wickler, das wäre mein Traum… *seufz*

    Ansonsten bin auch ich Konsumopfer, alles was Neu ist, muß getestet werden….

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